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Akupunktur
Sanfte Heilung mit großer WirkungVorwort von Jens Hilger, T.C. M. Praxis f. Pferde Die Akupunktur
findet mittlerweile immer mehr Anklang bei Pferdebesitzern, jedoch wird sie leider immer noch von vielen als Scharlatanerei betitelt. Als ich vor etwa 7 Jahren das erste Mal mit Akupunktur zu tun hatte, glaubte ich
zuerst selbst an Hokuspokus. Nachdem ich an mehreren Lehrgängen, Seminaren und Praktika, unter anderem auch bei Prof.Wang an der Universität in Peking teilnahm, bin ich fest davon überzeugt, daß dieTraditionelle
Chinesische Medizin eine der wunderbarsten Heilmethoden ist, die wir kennen. Wie alle anderen Therapien unterliegt auch die Akupunktur gewissen Einschränkungen, jedoch sind es sehr wenige. Man muß auch betonen, daß die
Akupunktur kein Allheilmittel ist, und der Erfolg in erster Linie vom Können, von der Erfahrung
und der Qualität der Ausbildung des Akupunkteurs abhängt. Ich glaube, daß alle verfügbaren medizinischen Behandlungen - sei es Westliche Medizin, Homöopathie, Naturheilkunde, Heilkräuter, Akupunktur und was auch immer -
eine sehr große Rolle bei einer Heilung spielen. Keine einzige Methode, soweit sie in ihrer wahren unverfälschten Tradition angewandt wird, ist besser oder schlechter als eine andere. Nur möchte ich nochmals betonen,
daß eine Behandlung nur so gut ist, wie der Mensch, der sie anwendet.Wird ein Pferd durch eine Akupunkturbehandlung geheilt, so wird oft behauptet, daß die Heilung ein Zufall, oder die Krankheit einen psychsomatischen
Ursprung hatte, nicht aber das willkürliche Nadelstechen zu dem Ergebnis geführt hat. Mit dieser Vorstellung geht die Annahme einher, daß die Westliche Medizin die Wahrheit für sich gepachtet hat, alles andere wird als
Aberglaube abgetan. Kein Mensch, weder Mann noch Frau, noch irgendeine Medizin ist in der Lage, eine Krankheit zuheilen. Dazu ist nur die Natur in der Lage, die wir unterstützen und auf den richtigen Pfad der Gesundheit
zurückführen. Nun stellen sich viele Leute die Frage, wie Akupunktur wirkt. Dies ist bis heute noch nicht wissenschaftlich belegt. Es wurde jedoch herausgefunden, daß durch den Einstich vermehrt chemische Stoffe, z.B.
Endorphine freigesetzt werden. Eine andere Hypothese ist auf die embryonale Zeit zurückzuführen. Die Haut entwickelt sich zusammen mit dem Nervensystem aus dem äußeren Keimblatt und könnte eine Erklärung für die Wirkung
sein. Die Traditionelle Chinesische Medizin behauptet, daß es die lebendige Kraft im Körper, die Lebenskraft ist, welche die Tätigkeit der Hauptorgane des Körpers reguliert. Diese Lebenskraft oder besser gesagt das Qi
zirkuliert in Kanälen, sogenannten Meridianen, von einem Organ zum anderen, wobei es immer einer bestimmten Richtung folgt. Es gibt vierzehn dieser Meridiane (außer die Nebengefäße), wovon zwölf jeder eines der
Hauptorgane des Körpers versorgt. Damit diese Organe miteinander korrespondieren und gesundbleiben, muß das Qi in richtiger Stärke und Qualität durch die Meridiane fließen. Bei allen Krankheiten ist das Qi blockiert
oder aus dem Gleichgewicht geraten. Der Schmerz oder das Symptom gibt uns Auskunft über die Unausgeglichenheit des Qi aufgrund einer körperlichen, geistigen oder seelischen Ursache. Das Ziel der Akupunktur besteht
darin, das natürliche Gleichgewicht und den Qi- Fluß zu erneuern und wieder in den natürlichen Einklang zu bringen.Bevor ich eine Akupunkturbehandlung beginne und eine Punkteauswahl treffe, ist eine genaue
chinesische Diagnose von größter Wichtigkeit. Diese beinhaltet alle relevanten Informationen einschließlich der Symptome, Charakteristika, Farbe der Schleimhäute, Puls und Schmerzhaftigkeit bei Druck an bestimmten
Punkten. Diese gesamten Muster und die Theorie von Yin und Yang lassen eine Disharmonie erkennen und behandeln. Das Yin-Yang-Konzept ist wohl die wichtigste, herausragendste Theorie der Chinesischen Medizin. Man kann
sagen, daß die Physiologie, Pathologie und Behandlungslehre der Chinesischen Medizin auf Yin und Yang zurückgeführt werden können. Das aus dem Gleichgewicht geratene Qi wird durch den Nadelstich an bestimmten Punkten,
die auf den Meridianen liegen, reguliert. Man kann der Meridiane durch bestimmte Stimulation der Nadel, tonisierend oder sedierend, Qi zu - oder abführen. Diese Veränderung des Qi-Flußes ist durch Pulsveränderung und
Entspannung des Pferdes zu bemerken. Die Liste der zu behandelnden Krankheiten ist lang. Besonders bei Erkrankungen im Bewegungsapparat, bei Rückenschmerzen und bei chronischen Atemwegserkrankungen erzielte ich große
Erfolge mit Akupunktur. Aber auch Verhaltensstörungen, Störungen an Fortpflanzungsorganen, Nervensystem und Verdauungstrakt werden positiv beeinflußt. Und so manches Pferd, das von seinem Besitzer schon abgeschrieben
wurde, nimmt heute wieder erfolgreicham Turniersport teil. Die Traditionelle Chinesische Akupunktur ist fünftausend Jahre alt und wurde in ihrer Anwendung nie verändert, und wird sicher auch in den nächsten
funftausend Jahren nicht verändert werden. Ich denke, das spricht für ihre Wirksamkeit. Ich hoffe auch, daß der Leser durch diesen Bericht ein stärkeres Bewußtsein für diese wunderbare Heilmethode entwickelt, und die
Akupunktur auch bei einer schulmedizinischen Behandlung intregriert wird und nicht mehr als Aberglaube abgetan wird. Weitere Fragen über die Akupunktur und deren Behandlungsmöglichkeiten beantworte ich gern unter der e Mail Adresse: JensHilger@t-online.de |