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JIN und YANG Das
YIN-YANG-Konzept ist wahrscheinlich die wichtigste, herausragendste und unverwechselbarste Theorie der chinesischen Medizin.Wir können sagen,daß alle Physiologie, Pathologie und Behandlungslehre der Chinesischen Medizin
letzlich auf YIN und YANG zurückgeführt werden kann. Das YIN-YANG-Konzept ist einerseits äußerst einfach, gleichzeitig jedoch sehr tiefgreifend. Das YIN-YANG-Konzept hat mit jenem vom Qi die chinesische Philosophie über
die Jahrhunderte durchdrungen und unterscheidet sich radikal von jeglichen westlichen philosophischen Ideen. Im allgemeinen basiert die westliche Logik auf der Gegenüberstellung von Gegensätzen - die Grundannahme der
aristotelischen Logik. Demgemäß können zwei gegensätzliche Aussagen,wie "der Tisch ist rechteckig" und "der Tisch ist nicht rechteckig" nicht beide richtig sein. Diese Annahme hat das westliche
Denken nunmehr seit mehr als 2000 Jahre geprägt. Das chinesische YIN-YANG-Konzept ist in diesem Denksystem grundlegend verschieden:YIN und YANG repräsentieren gegensätzliche, jedoch einander ergänzende Eigenschaften.
Jedes Ding, jedes Phänomen kann gleichseitig es selbst und sein eigener Gegensatz sein. Außerdem enthält YIN den Keim des YANG und umgekehrt, so daß, im Gegensatz zur aristotelischen Logik, A auch Nicht-A sein
kann. Das Wesen des YIN-YANG-Konzepts Die chinesischen Schriftzeichen für YIN und YANG beziehen sich auf die Schatten- und die Sonnenseite eines Hügels. YIN-YANG als zwei Phasen einer zyklischen Bewegung Der erste
Gedanke an die YIN-YANG- Wechselbeziehung muß wohl der bäuerlichen Beobachtung des zyklischen Wechsels von Tag und Nacht entsprungen sein. Demnach entspricht der Tag dem YANG, die Nacht dem YIN, und in weiterer Folge
Aktivität dem YANG und Ruhe demYIN. Dies führte zur ersten Beobachtung der fortwährenden Änderung jedes Phänomens innerhalb zweier zyklischer Pole, deren einer Licht, Sonne, Helligkeit und Aktivität (YANG), dessen
anderer hingegen Dunkelheit, Mond, Schatten und Ruhe (YIN) entspricht. Unter diesen Gesichtspunkt sind YIN und YANG zwei Stadien einer zyklischen Bewegung, wobei ununterbrochen eines ins andere übergeht, so wie der Tag
der Nacht weicht, und umgekehrt. YIN-YANG als zwei Transformationsstadien von einem anderen Standpunkt aus gesehen, stehen YIN und YANG für zwei Phasen im Prozeß der Wandlung und Tranformation aller Dinge des
Universums. Ein Beispiel: Das Wasser der Seen und Meere erwärmt sich und wird in Dampf verwandelt.Wenn sich die Luft am Abend wieder abkühlt, kondensiert der Dampf wieder zu Wasser. Die vier Aspekte der
YIN-YANG-Wechselbeziehung 1.) Die Gegensätzlichkeit von YIN und YANG
YIN und YANG sind entgegengesetzte Stadien, entweder eines Zyklus oder von Aggregationszuständen. Nichts in der natürlichen Welt entkommt dieser
Gegensätzlichkeit. Allerdings ist diese Gegensätzlichkeit relativ, nicht absolut. Es ist also nichts gänzlich YIN oder YANG. Alles enthält den Keim seines Gegensatzes. Obwohl alles YIN und YANG enthält, sind die beiden
nie in einem statischen Verhältnis 50:50 vorhanden, sondern in einem dynamischen, sich dauern veränderden Gleichgewicht . 2.) Die gegenseitige Abhängigkeit von YIN und YANGObwohl YIN und YANG gegensätzlich sind, sind
sie auch voneinander wechselseitig abhängig: eines kann ohne das andere nicht existieren. Es kann keine Aktivität ohne Ruhe geben, keine Energie ohne Materie, keine Expansion ohne Kontration . 3.) Der wechselseitige Verbrauch von YIN und YANGYIN und YANG stehen in einem dauernden dynamischen Gleichgewicht, das durch die kontinuierliche Abstimmung der relativen Pegel von YIN und YANG aufrechterhalten
wird. Geraten entweder YIN oder YANG aus dem Gleichgewicht, so beeinflussen sie einander notwendigerweise und ändern ihr Verhältnis zueinander, um ein neues Gleichgewicht zu erreichen. Es gibt vier mögliche Formen des
Ungleichgewichts: Überwiegen des YIN - Überwiegen des YANG Schwäche des YIN - Schwäche des YANG 4.) Die wechselseitige Umwandlung von YIN und YANG YIN und YANG sind nicht statisch,
sondern wandeln sich ineinander um: YIN wandelt sich zu YANG und umgekehrt. Dieser Wechsel findet nicht zufällig statt, sondern nur in einem bestimmten Entwicklungsstadium.
Die wichtigsten Punkte dieser Wechselbeziehung sind: a) Wenngleich sie für gegensätzliche Stadien stehen, bilden YIN-YANG eine Einheit und ergänzen einander. b) YANG enthält den Keim für YIN und umgekehrt.
c) Nichts ist gänzlich YIN oder gänzlich YANG. d) YANG wechselt in YIN über und umgekehrt. Die Anwendung von YIN und YANG auf die Medizin Wir können sagen, daß die ganze Chinesische Medizin,
ihre Physiologie, Pathologie, ihre Diagnose- und Behandlungsmethode auf die zugrundeliegende, fundamentale Theorie von YIN und YANG zurückgeführt werden können. Jeder physiologische Vorgang, jedes Symptom und
Krankheitszeichen kann im Licht der YIN-YANG-Therorie analysiert werden. Letztlich zielt jede Behandlungsmaßnahme auf eine der vier folgenden Strategien ab: Das YANG stärken - das YIN stärken
YANG - Fülle beseitigen - YIN - Fülle beseitigen Das Verständnis der Anwendungen der YIN-YANG-Theorien auf die Medizin ist deshalb äußerster praktischer Bedeutung. Wir können sagen, daß es keine Chinesische Medizin
ohne YIN-YANG gibt. YANG-Organe - YIN-Organe Einige Organe gehören zum YIN, andere zum YANG. Die YANG-Organe transformieren, verdauen und extrahieren "unreine" Produkte aus Nahrung und
Flüssigkeiten. Die YIN-Organe speichern die "reinen" Essenzen, die aus dem Umwandlungsprozeß entstehen, den die YANG-Organe vollziehen. In Übereinstimmung mit der Korrespondenz des YANG mit Aktivität sind die
YANG-Organe zum Zwecke der Qi-Produktion dauernd damit beschäftigt, sich zu füllen und zu entleeren, umzuwandeln, zu trennen und die Restprodukte der Nahrung auszuscheiden. Sie stehen im Kontakt mit der
Körperoberfläche, da die meisten YANG-Organe (Magen, Blase, Gedärme) mit ihr über Mund, Anus und Urethra kommunizieren. Die YIN-Organe hingegen transformieren und verdauen nicht. Sie scheiden auch nicht aus, sondern
speichern die reinen Essenzen, die aus der Nahrung durch die YANG-Organe extrahiert wurden. Im besonderen speichern sie die vitalen Substanzen, nämlich QI, Blut (XUE), Körperflussigkeiten (JINYE) und Essenzen (JING)
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